Interview mit Illustratorin Annabelle von Sperber - fröhlich, verspielt, fantasievoll

Kinderbuchautorin und -illustratorin Annabelle von Sperber. Foto: Silke Weinsheimer
Mit dem Blogbeitrag "Und die Farben tanzen auf dem Papier: Über Illustration im Kinderbuch, Teil 1" startete ich eine Sachthemenreihe rund um Illustrationen in der KJL. Ich möchte sie nun mit Interviews mit KJL-Illustratoren ergänzen. Welche Themen werden gemocht? Welche Technik wird genutzt? Wie lange wird für die Bebilderung eines Buches gebraucht? All das und noch viel mehr frage ich die Illustratoren.

Die Interviewreihe starte ich mit Annabelle von Sperber. Das erste Mal begegnete ich ihren Bildern in der Reihe "Lotti und Theo: Meine Sinne", die seit 2014 im Magellan Verlag für Kinder ab 2 Jahre erscheint. Sofort fiel mir ihr fröhlicher, farbenfroher Stil auf. In dem Pappbilderbuch sind die Figuren wie aus einem Buch der 50er Jahre entsprungen. Und gleichzeitig wirkt als frisch. Später begegnete ich ihr in der Reihe "Mo" von Bettina Zimmermann. Hier wirken auch wieder kräftige Farben, wobei die Figuren fast wie in einem Comic sind. Zuletzt erschien ihr "Das große Wimmelbuch der Kunst" gemeinsam mit Susanne Rebscher, daß die Kinder auf eine Zeitreise durch die Kunstgeschichte mitnimmt.

Foto: W. Bönisch


Seit wann illustrieren Sie Kinderbücher?
Seit 2000 bin ich als freiberufliche Illustratorin tätig. Also seit 16 Jahren. Seitdem sind schon weit über 100 Bücher entstanden.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
Ach, das fällt mir schwer. Bilder sagen mehr als tausend Worte. Ich versuche es mal: Verspielt, fantasievoll, detailliert, liebevoll, dekorativ, fröhlich, ausdrucksstark?

Mit welcher Technik arbeiten Sie?
Unterschiedlich. Ich arbeite so viel wie möglich analog, also ohne Computer. Aber die Möglichkeiten am Rechner sind grossartig für Komposition und Coloration. Die  Zeichnung erstelle ich aber immer analog am Lichttisch. Danach scanne ich die Zeichnung ein und arbeite mit Photoshop weiter. Dazu nutze ich auch eingescannte Papiere und Malerei.  Es ist also eine Mischtechnik. Von der Farben her mit Acrylfarben.


Aus "Lotti und Theo: Meine Sinne". Foto: W. Bönisch
Wie lange brauchen Sie für die Illustration eines Bilderbuches?       
Unterschiedlich lange. Zunächst müssen die Protagonisten ausgearbeitet werden. Wenn diese stehen, dann kann es durchaus auch zügiger gehen. Vier Wochen bis vier Monate.

Welche Themen bebildern Sie gerne?
Mich begeistert Vieles. Gerade habe ich die gesamte Kunstgeschichte im Prestel Buch „Das große Wimmelbuch der Kunst" nachempfunden. Das war sehr spannend. Momentan sitze ich an einem Buch über Architektur, parallel aber auch an einem Bilderbuch für Kinder und deren Eltern über die Liebe. Und gerade abgegeben habe ich 43 Innenillustrationen und eine Cover für einen surrealen Fantasie-Thriller für junge Mädchen.


Aus: "Mo: Heute bestimme ich". Foto: W. Bönisch
Wie hat sich Ihr Stil im Laufe der Zeit verändert?
Ich erfinde mich  regelmässig neu und versuche ausgetretene Pfade zu verlassen. Neues Material, neue Techniken helfen mir dabei. Neugierig sein, ausprobieren. Meinen Strich erkennt mann dabei aber doch immer.

Was ist Ihr Lieblingsbuch, das Sie bebildert haben?
Das große Wimmelbuch der Kunst – erschienen im Prestel Verlag
Mehr, vor allem Bilder unter www.annabellevonsperber.de

Am 30. September ist die lange Nacht der Illustration  http://langenachtderillustration.de/
Wir freuen uns auf Euren Besuch und laden Sie recht herzlich ins
Atelier2gestalten
Gethsemanestrasse 4

Kommentare

  1. Das große Wimmelbuch der Kunst ist sooo toll, aber ich mag auch die anderen Illustrationen!

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