Ab 2 Jahre: Sandra Grimm - Lea braucht keinen Schnuller mehr

Foto: W. Bönisch
Inhalt:
Lea weiß, eigentlich sind Schnuller für Babys. Sie helfen zu trösten. Als Leas geliebter Schnuller kaputt ist, fällt der Abschied ihr schwer.


Meinung: 
Schnuller sind für Babys eines der meist genutzten und beliebtesten Beruhigungsmittel. Der Schnuller steht fast schon für die Babyzeit. Mit etwa 1,5 bis 2 Jahren jedoch sollte der Schnuller den Kindern schrittweise entwöhnt werden - erst tagsüber, dann auch nachts. Nun ist dieser lange Prozeß nicht einfach, wie Eltern oder Erzieher wissen. Hilfreich ist es, wenn zunächst parallel zum Schnuller beispielsweise ein Kuscheltier als Trosthilfe angeboten wird. Dann fällt die Entwöhnung einfacher. Darüber hinaus sind Sprechen mit dem Kind und Konsequenz in der Elternhaltung in diesem Zeitraum wichtig. Und man schaut sich ein Bilderbuch zu diesem Thema an.
Foto: W. Bönisch
Immer wieder taucht das Schnullerthema bei den Kinderbüchern für Kleinstkinder auf wie beispielsweise bei den Klara-Geschichten von Gunilla Hansson oder den Oskar-Geschichten von Luise Holthausen. Typisch für den Plottypus sind folgende Elemente. Die wichtige Bedeutung des Schnullers als Tröstmittel steht am Anfang der Geschichte. Die Hauptfigur ist ein mittleres Kleinkind (ca. 2 Jahre alt). Es zeigt von sich aus die Bereitschaft, den Schnuller abzugeben, macht es auch mit ersten Enthusiasmus, um ihn dann sehr zu vermissen und "rückfällig" zu werden.
Nun hat Sandra Grimm mit ihrem Pappbilderbuch "Lea braucht keinen Schnuller mehr", 2015 bei arsEdition in München erschienen, ihre Schnuller-Geschichte vorgelegt. Die Hauptfigur heißt Lea. Das Mädchen ist etwa 2 Jahre alt. Lea hängt an ihrem Schnuller sehr. Er hilft ihr zu trösten und quitscht auch noch so schön. Eines Tages hat der Schnuller ein großes Loch. Sie kann ihn nun nicht mehr nutzen. Es ist der beste Zeitpunkt, daß Lea sich komplett vom Schnuller entwöhnt. Begeistert macht sie den ersten Schritt, aber der Abschied vom Schnuller fällt ihr schwer.
Foto: W. Bönisch
Die Autorin erzählt eine klassische Schnullergeschichte, was bewährt und gut ist. Moderne Elemente wie die Erinnerungsbox steuert sie bei. Lange liest man auch aus Erwachsenensicht die Geschichte gerne vor. Bis man am Ende über zwei Stellen stolpert. die - positiv ausgedrückt - unglücklich sind und dem Plot einen negativen Drall geben. Da fragt die Mutter Lea nach dem Abschied vom alten Schnuller, ob sie denn einen neuen möchte. Als vorlesender Elternteil zieht man hier scharf die Luft ein, denn - auch wenn Lea es in der Geschichte verneint - kann so eine Frage erzieherisch schief gehen. Hier wäre es besser gewesen, die Autorin hätte die Stelle anders formuliert. Vielleicht wollte sie auf die Eigenständigkeit Leas an dieser Stelle verweisen, jedoch kommt sie unglücklich herüber. Ähnlich verhält es sich mit dem Schluß, der auch Inkonsequenz verkörpert und im Grunde den Buchtitel absurdum führt. So sehr der Text sprachlich für Kleinkinder geeignet ist, zunächst auch gut durchdacht, so sehr fällt das Ende ungut auf.
Sabine Kraushaar ist die Illustratorin dieses Buches. Kräftige, frische, fröhliche Farben nutzt sie für ihre Darstellung. So manches freches Element baut sie mit ein, die als Nebenschauplatz die Geschichte auflockern. Stabile Klappen laden die Kinder zum Entdecken ein. Leider lenken sie mit den überraschenden Elementen an manchen Stellen illustratorisch vom Hauptgeschehen ab. Vielleicht wäre hier weniger manchmal mehr gewesen.
Foto: W. Bönisch
Am Ende bleibt von Sandra Grimms "Lea braucht keinen Schnuller mehr" ein zwiespältiger Eindruck zurück. Gut startet die Geschichte, stört jedoch am Ende durch die zwei inkonsequenten Stellen, die eher nachteilig wirken, wenn dieses Bilderbuch als Begleitung zur Schnullerabgewöhnung eingesetzt wird, wie es wohl meist sein wird.. Schade drum.

Sandra Grimm: Lea braucht keinen Schnuller mehr
arsEdition, München 2015
ISBN: 978-3845805320
Illustration: Sabine Kraushaar
Ausstattung: 14 Seiten, mit Klappen
Preis: 6,99 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 2 Jahre

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