Ab 7 Jahre: Saskia Hula, Ute Krause - Selma sieht Gespenster

Foto: W. Bönisch

Inhalt:
Selma und ihrer Schwester Melle graut es vor den sonnigen Sonntagen. Jedesmal planen ihre Eltern einen Ausflug, auf den die beiden Mädchen nur ungern mitfahren. Noch schlimmer wird dieses Ritual, wenn ihre Tante Bettina und die nervigen Kinder mitkommen. Diesmal geht es auf die Burg Lockenhaus. Dort angekommen, erforscht Selma mit Familienhund Klaus auf eigene Faust die Burg. Zu gerne möchte sie das Turmzimmer sich anschauen. Ob es da Gespenster gibt? Auf einmal hört Selma ein Wimmer, und das Abenteuer beginnt.


Meinung:
Selma sträubt sich, die Eltern auf ihren Sonntagsausflügen zu begleiten, da sie dann nicht herumtrödeln, Kekse krümmeln oder lange Fernsehgucken kann. Leider muß sie immer mit, denn sie ist, um alleine zuhause zu bleiben, noch zu klein wie ihre Eltern finden. Noch schlimmer werden diese Ausflüge, wenn ihre Tante Bettina mit den beiden jüngsten Kindern mitkommt. Da hat Selma keinen Einfluß auf den Radiosender mehr, wenn sie mit dem Auto der Tante fahren, oder ihre dreijährige Cousine Steffi steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit – sogar bei ihren Eltern.
Selma, deren Alter im Buch nicht genau benannt wird, das ich aber auf Vorschulkind einschätze, ist so ein typisches Kindergartenkind, das meint, es würde die Welt kennen. Aufmerksam und klug ist Selma, ohne Frage, aber gleichzeitig auch widerborstig und trotzig. Ganz typisch für das Alter. Eigentlich ist sie in ihren Augen schon groß, „erwachsen“ genug, um beispielsweise alleine zuhause bleiben zu können. Eigentlich will sie auch nicht ständig von den Eltern betuddelt werden. Aber wenn dann ihre jüngere Cousine die volle Aufmerksamkeit der Erwachsenen bekommt, wird Selma eifersüchtig. Im Grunde ihres Herzens möchte sie eben doch noch viel Aufmerksamkeit der Eltern und gleichzeitig auch viel Selbständigkeit zugesprochen bekommen.
Foto: W. Bönisch
Der Plot ist völlig aus den Augen von Selma geschrieben. Ganz konsequent verfolgen die beiden Autorinnen das Konzept und bringen so den Kindern die Hauptfigur ganz nahe. Und uns Erwachsenen zeigen sie schonungslos die Psyche dieser Kinder, ihre Bedürfnisse, ihren Zwiespalt.
Passend zur Buchidee ist die Sprache gewählt, direkt, perfekt zum Alter des Kindes ohne allzu kindlich zu sein. Flüssig wird die Geschichte erzählt. Die Emotionen Selmas wie Langeweile, Spannung, Hoffnung, Enttäuschung, Trotz kommen auch atmosphärisch gut herüber. Die Länge der Geschichte ist stimmig auf Siebenjährige abgestimmt. Die Schrift ist größer gewählt, was das Lesen für Anfänger erleichtert.
Kleine, farbige Zeichnungen, die immer wieder die Hauptstellen des Buches bildlich auch aus der Sicht von Selma darstellen lockern den Text auf. Das Buch ist absolut auf die Zielgruppe angepaßt, ganz konsequent in der Buchidee und ihrer Umsetzung und verspricht darüber hinaus eine gute, spannende Geschichte.
Saskia Hula, Ute Krause: Selma sieht Gespenster
Sauerländer Verlag, Mannheim 2012
ISBN: 978-3-7373-6260-3
Ausstattung: 64 Seiten, Hardcover
Preis: 9,99 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 7 Jahre

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