Ab 2 Jahre: Wolfgang Slawski - Mein Stadt-Wimmelbuch Dresden

Foto: W. Bönisch
Inhalt:
Dresden entdecken. Die neugierige Graugans Guntje fliegt durch Dresden und entdeckt.... das Blaue Wunder, die Hofkirche, die Frauenkirche, die Elbwiesen, den Flughafen, den Zoo, den Großen Garten, den Striezelmarkt... Sei mit dabei!


Meinung:
Dresdner sagt man eine besonders tiefe Liebe zu ihrer Heimatstadt nach. So ist es auch bei mir. Aufgeregt, neugierig und mit einem seeeeeeeeeeeeeeeehr kritischen Blick schaute ich das erste Mal auf das Stadt-Wimmelbuch "Dresden" von Wolfgang Slawski, das im Willegoos Verlag 2012 erschien. Wie wird die Stadt vorgestellt? Gibt es nur die typischen Touristensehenswürdigkeiten zu sehen oder auch unbekanntere? Wie wimmelig geht es im Buch zu?
Foto: W. Bönisch
Schon das Cover sieht vielversprechend frisch-anders aus. Ein Dampfschiff der Weißen Flotte (so heißt die Reederei) schiebt sich von rechts kommend durchs Bild. Im Hintergrund sieht man das Terrassenufer und die Brühlsche Terrasse: links die Frauenkirche, die neuen Meister, das Ständehaus, rechts das alte Schloß und die Hofkirche. Möwen segeln durchs Bild. Die Passagiere auf dem Dampfschiff schauen vergnügt aus. Eine Graugans mit einem roten Schal sitzt auf dem Schiffsdach, ein roter Luftballon mit einem Zettel entschwebt in den Himmel. Ja, die Brühlsche Terrasse ist ein beliebtes Motiv, ein typisches Dresden-Motiv. Als Wiedererkennung für das Buch ist es genial gewählt, frisch ist die Szene mit dem Dampfschiff arrangiert.
Schlägt man das Wimmelbuch auf, so bekommt man zunächst eine Art Stadtplan von Dresden zu sehen. Überblicksartig erkennt man den Grundriß der Stadt, 10 kleine Bildausschnitte machen neugierig auf die nächsten Seiten. Gleich erkennt man, daß die Szenenauswahl fürs Wimmelbuch sehr gut durchdacht ist. Natürlich findet man bekannte Sehenswürdigkeiten Dresdens wie die Hofkirche, die Frauenkirche oder die Kunsthofpassage in der Neustadt. Innovativ, anders, frisch wirkt die Auswahl der ungewöhnlicheren, für Touristen eher unbekannteren Orte wie der Zoo, die Elbwiesen, der Große Garten oder der Waldspielplatz Albertpark. Für diese schöne Balance zwischen Bekanntem und Neuem danke ich dem Autor und Verlag von Herzen. Denn so hebt sich das Bilderbuch wunderbar von den sonst gängigen ab und ist nicht nur für Touristen interessant. Auch so manchem Einheimischen geht das Herz dabei auf.
Foto: W. Bönisch
Nun kann man mit Lust und Laune auf den nächsten zehn Doppelseiten im Wimmelbuch stöbern und quasi virtuell Dresden erleben und erkunden. Die Reise fängt am Neumarkt der Frauenkirche an. Trubelig-touristisch get es da vor dem Luther-Denkmal zu. Straßenmaler haben übergroß den Goldenen Reiter (was für ein wundervoller Kunsterzählkniff!) auf den Platz gezaubert, Touristen trinken ein Kaffee in den Cafes und Restaurants an der Frauenkirche, eine Kutsche fährt vorbei, Touristen bleiben stehen, stauenen. Selbst auf das Selbstverständnis der Stadt als Barockstadt nimmt ein Ausschnitt bezug, wenn ein dickbäuchiger, barockgekleideter Mann eiin Hufeisen auseinanderdrückt. August der Starke läßt grüßen! Einzig und allein die Dynamo-Flagge kommt mir Einheimische an diesem Platz fehl vor. Nun denn, künstlerische Freiheit erlaubt diese Ausnahme.
Und noch ein Detail fällt sofort auf. Es ist die Graugans mit dem roten Schal, die durchs Bild fliegt. Guntje, so ihr Name, wird uns auf den nächsten Seiten weiter begleiten - mal versteckter, mal offener.
Nun folgen das Blaue Wunder, die Elbwiesen, die Hofkirche, der Zoo, der Flughafen, der Waldspielplatz, die Kunsthofpassage, der Striezelmarkt und der Große Garten im Winter. Jede Szene ist so real. Alles stimmt: die Gebäude, die Landschaft, die Atmosphäre. Hier ist Dresden, wie es ist, zu erleben!
So ganz nebenbei durchqueren wir sogar die Jahreszeiten. Startet die Entdeckungstour im Frühjahr, bildet der verschneite Große Garten den Abschluß.
Witzige Details bringen einen immer iweder zum Lachen. Seien es die vier Musiker, die den Zebrastreifen am Flughafen in bekannter Pop-Manier überqueren, oder das Mädchen, das dem gemalten Affen in der Kunsthofpassage eine Banane reicht. Manchen Witz erkennen die Kinder sofort, manches ist eher für die Erwachsenen gedacht. Die ausgewogene Mischung läßt dieses Buch für alle Altersgruppen interessant und empfehlenswert.



Dankenswerterweise sind die Wimmelbilder nicht überfüllt. Im Gegenteil: es gibt so viel zu entdecken, so daß es nicht langweilig wird. Jedoch sind die Bilder nicht überfrachtet, so daß man beim Bestaunen nicht im Chaos versinkt. Hier haben Autor und Verlag ein gutes Händchen!
Wer Dresden noch nicht besucht hat, aber es schon einmal kennenlernen will, der nehme dieses Wimmelbuch zur Hand. Wer in Dresden schon einmal war, der muß Slawskis Stadt-Wimmelbuch als Mitbringsel in den Koffer packen. Und für uns Einheimische? Ist das Kinderbuch Vergnügen pur - für Klein und für Groß. Absolut zu empfehlen!

Wolfgang Slawski: Mein Stadt-Wimmelbuch Dresden
Willegoos Verlag, Potsdam 2012
ISBN: 978-3981390780
Ausstattung: 22 Seiten
Preis: 14,95 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 2 Jahre

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