Ab 6 Jahre: Alexander Steffensmeier - Lieselotte ist krank

Foto: W. Bönisch
Inhalt:
Bei regnerischem Herbstwetter hilft Kuh Lieselotte dem Postenboten bei seiner Arbeit. Kein Wunder, daß sie bald krank im Stall steht. Zunächst versucht die Bäuerin, Lieselotte mit Hausmitteln zu helfen. Aber als es nicht besser wird, muß der Arzt kommen. Wie erlebt Lieselotte das Kranksein? Wird sie schnell wieder gesund? Oder nutzt Lieselotte das Kranksein zum Faulenzen aus?


Meinung:
Die Bilderbuchreihe um die Kuh Lieselotte und ihre Freunde ist seit Jahren der Hit bei den Kindern. Zum einen basiert der Erfolg auf den Alltagsgeschichten, die jedes Kind selbst gut kennt, zum anderen auf den Charakteren und dem ganz typisch-speziellen Zeichenstil, den Autor und Illustrator Alexander Steffensmeier pflegt. Die Gefahr bei solch einer erfolgreichen Bilderbuchreihe besteht darin, daß mit zunehmenden und anhaltenden Erfolg die Geschichten beliebig werden.
Foto: W. Bönisch
Zum Glück ist der Autor bisher der Versuchung, mit der Lieselotte-Figur schnell neue Bücher mit beliebigem Inhalt und zunehmender Lieblosigkeit in der Illustration zu veröffentlichen, nicht erlegen. Im Gegenteil, man merkt jedem Buch die Gewissenhaftigkeit in der Ploterzählung und in der Ausarbeitung der Darstellung an. So ist es auch diesmal, wenn es um das Thema Krankheit und Ausnutzen der Bettruhe zum Faulenzen geht.
In altbekannter Art und Weise erzählt Steffensmeier die Geschichte. Der Anfang ist eher kurz auf den ersten Umschlagsseiten angedeutet, gleich geht es in die Vollen. In der Plotmitte wechselt die Geschichte vom Thema Kranksein und Gesundwerden zu Faulenzen und seinen Folgen. Eigentlich will Lieselotte gerne noch ein, zwei Tage im Stall zum Abhängen nutzen und simuliert ihre Krankheit, aber da machen ihr die schönen Herbsttage und die fröhlich spielenden Tiere einen Strich durch die Rechnung. Vom schlechten Gewissen geplagt will sie der Bäuerin beichten. Tja, nun kommt es aber anders als Kuh Lieselotte denkt.
Foto: W. Bönisch
Alle typischen gestalterischen und erzählenden Elemente, die die Leser aus anderen Lieselotte-Büchern kennen, findet man im Buch wider. Die kurzen Erzähltexte in jeder Szene, die Plotentwicklung mal auf einer Doppelseite oder auch mit größerer Schnelligkeit mehrere Szenen auf einer, die Typographie als Sprachgestaltungsmittel, die kleinen humoristischen Nebenszenen der anderen Tiere, die so manche Handlung auf die Schippe nehmen (beispielsweise wenn ein Huhn Lieselotte während der warmen Halswickel abhört und später beleidigt reagiert, wenn der Tierarzt dann kommt). Insgesamt ist so wieder eine runde, sehr humoristische und alltagsbekannte Geschichte entstanden, die allen Lieselotte-Fans eine große Freude bereiten und neue Leser gewinnen wird.
Ein Kritikpunkt muß ich jedoch anbringen: Einzig und allein die empfohlene Altersangabe ab 6 Jahre finde ich eindeutig zu spät angesetzt. Das Buch ist in seiner Gestaltung, beispielsweise den selbsterklärenden Bildern, sehr wohl für Kinder ab 4 Jahre geeignet. Hier hat sich der Verlag völlig verschätzt.
Alexander Steffensmeier: Lieselotte ist krank
Sauerländer Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN: 978-3737367158
Ausstattung: 32 Seiten, Hardcover
Preis: 14,99 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahre

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