Ab 14 Jahre: Johanna Trommer - Karl Kessel. Mord im Opernhaus

Krimi für Jugendliche ab 14 Jahre: "Karl Kessel. Mord im Opernhaus" von Johanna Trommer
Inhalt:
Karl Kessel liebt einerseits alle IT-Dinge, andererseits hat er ein gewaltiges Interesse an der Detektivarbeit. Bis jetzt nur theoretisch. Doch am Anfang der Sommerferien liest er nach einem Hack wieder intern bei den Polizeimeldungen und stößt auf die Todesmeldung des Chefdirigent der Stuttgarter Oper, Sebastian Hanselmann. Für Karl ist klar, Hanselmann ist ermordet worden. Doch wie kann er den Mord beweisen und den Täter finden? Zum Glück ist Marlene, die zurzeit ihn besucht, ihm da eine große Hilfe....

Meinung:
Mit "Karl Kessel. Mord im Opernhaus" (Neckarufer Verlag 2017) startet Johanna Trommer im Krimibereich der Kinder- und Jugendliteratur. Und zwar richtig famos und voller Energie! Schon das Setting und die beiden Hauptfiguren Karl Kessel und Marlene, die sie völlig konträr im pubertären Alter entwickelt hat, versprechen viel Zündstoff und rasante Plotwendungen. Um was geht es?
Karl Kessel ist ein richtiger Nerd. Hacken in diverse interne System? Kein Problem. Smartphone, Tablett, PC, Laptop? Ist seine Grundausstattung. Entsprechend blaß und dünn sieht er auch aus. Intelligent ist er, doch nicht sehr empathisch. Mit Gleichaltrigen verbringt er kaum Zeit. Freibad in den Sommerferien kommt für ihn nicht in Frage. Marlene, die Tochter einer Freundin seiner Mutter, ist das völlige Gegenteil. Hübsch, sportlich, schlagfertig, intelligent und kann auf der Stelle die besten Geschichten und Halbwahrheiten sich ausdenken. Es ist völlig klar, daß die beiden zunächst nur schwerlich miteinander auskommen. Nun beginnen die Sommerferien, Karl will in Ruhe seinen IT-Projekten nachgehen. Da kommt der verordnete Besuch Marlenes (von seiner Mutter) überhaupt nicht recht. Schließlich hat er gerade nach einem Hack ins Polizeisystem vom frühen Tod des Chefdirigenten Sebastian Hanselmann der Stuttgarter Oper gelesen. Anfang Vierzig stirbt man selten auf ruhige, natürliche Art und Weise. Karl Kessel wird stutzig und wittert seinen ersten Fall. Ist es Mord? Kann er ihn beweisen? Wer ist der Täter? Schnell stellt sich heraus, daß Karl so manches Mal ohne Marlenes Hilfe aufgeschmissen wäre.
In dem Krimi stimmt alles, was ein guter Krimi braucht. Die beiden Hauptfiguren sind faszinierend, fesseln durch ihre Gegensätzlichkeit und Karl als Nerd ist auch herrlich schräg. Dann hat Johanna Trommer einen klassischen Mord kreiert, der nun Stück für Stück in Detektivarbeit von den beiden Jugendlichen mit viel Kreativität auf eigene Faust aufgeklärt wird. Wie bei einer Zwiebel arbeiten sie sich vor, recherchieren, beobachten genau, kombinieren messerscharf. Stückweise steigert Trommer die Spannung: es ist ja an sich schon sehr interessant zu sehen, wie die beiden Jugendlichen es ohne weitere Hilfe schaffen, den Fall zu bearbeiten. Klassische Polizeiarbeit fällt weg. Hier ist ihre Kreativität und ihr Können gefragt. Doch auch die klassische Detektivarbeit steigert Trommer im Plot zunehmend. Der Plot ist gut durchdacht, realistisch und glaubwürdig gestaltet. Zugleich kann Trommer literarisch schreiben. Unterhaltsam, leichtflüssig, mal witzig, mal brisant. Sie fängt den Leser ein.
"Karl Kessel. Mord im Opernhaus" legt Johanna Trommer einen fulminanten, spannenden, mal schrägen, mal witzigen Krimi für Jugendliche vor, der sofort packt und süchtig macht. Zum Glück gibt es schon zwei Nachfolgebände! Absolut zu empfehlen, auch für erwachsene Krimifans!
Johanna Trommer - Karl Kessel. Mord im Opernhaus
Neckarufer Verlag, Stuttgart 2017
ISBN: 978-3000515798
Ausstattung: 200 Seiten, Taschenbuch
Preis: 9,95 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahre

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