Ab 8 Jahre: Monika Littau - Sri Lanka. Freiheit für Amila

Inhalt:
Kathis Vater arbeitet für ein Filmprojekt in Sri Lanka. Zusammen mit ihrer Mutter reist sie spontan dorthin und will ihn zum Geburtstag überraschen. Zugleich besuchen sie ihre Freunde. Doch der Vater ist verschwunden. Wo ist er hin? Ebenso sind ein Nachbarsjunge und sein Elefant verschwunden. Was ist da passiert? Für Kathi beginnt ein Abenteuer.


Meinung:
Im Dix Verlag, der sich auf erzählende Reiseführer für Kinder spezialisiert hat, veröffentlichte 2017 Monika Littau ihr Kinderbuch in der Reihe Weltreise "Sri Lanka. Freiheit für Amila", das für Kinder ab 8 Jahre vom Verlag ausgewiesen wird.
Kathis Vater arbeitet im Filmgeschäft und führt ein Filmprojekt in Sri Lanka durch. Dort wohnen auch Freunde von ihnen. Kathi überzeugt ihre Mutter, den Vater in Sri Lanka zu seinem Geburtstag in den Ferien als Überraschung zu besuchen. Beide machen sich auf der subtropischen Insel auf die Spur des Vaters. Eigentlich sollte er gut zu finden sein, doch vor Ort ist er verschwunden. Ihre Freunde helfen bei der Suche und zeigen gleichzeitig den Beiden die Insel und ihr Sehenswürdigkeiten. Kathi und ihre Mutter machen sich aber Sorgen. Wo ist der Vater? Ist ihm etwas zugestoßen? Und steht das Verschwinden des Nachbarsjungen und seines Elefanten damit in einem Zusammenhang?
In der Reihe Weltreise aus dem Dix Verlag stellen ausgewiesene Kenner in einer Abenteuererzählung das Land, seine Sehenswürdigkeiten, seine Kultur und seine Landschaft erzählerisch vor. Es ist ein Reiseführer bzw. eine Länderkunde gepaart mit einer Geschichte. Der Verlag verfolgt damit eine bewährte Herangehensweise, Kinder die Welt unterhaltsam und informativ näher bekannt zu machen.
Monika Littau hat sich in diesem Band die subtropische Insel Sri Lanka ausgesucht. Elefanten, Tempel, Ayuveda, Tee, Freundlichkeit - das sind Schlagworte, die man mit der ehemals britischen Kolonie verbindet. Leider hat dieser Band nicht die bewährte Qualität, denn die Autorin hat zuviel gewollt. Sie will einerseits das Land bekannter machen, läßt die beiden Hauptfiguren Kathi und ihre Mutter Judith dank ihrer dortigen Freunde die Insel erkunden. Gleichzeitig baut Littau noch den Plot um den verschwundenen Vater und als dritte Linie in der Geschichte die Frage um den verschwundenen Nachbarsjungen und seinen Elefanten Amila (namensgebend für das Buch) in die Erzählung ein. Sie springt zwischen diesen drei Säulen hin und her. Selten gelingen ihr logische Verknüpfungspunkte, die mehr als gewollt erscheinen. Statt sich für einen Strang in der Hauptsache zu entscheiden und diesen wirklich mit den Figuren zu entwickeln, wirken alle drei irgendwie gleichberechtigt nebeneinander. Da verheddert sich die Autorin gewaltig. Denn keine Säule wird wirklich konsequent mit den Figuren entwickelt. Beispielsweise schauen sich Kathi und Judith die Sehenswürdigkeiten in Ruhe an, obwohl beide sich Sorgen um den Vater machen. Das ist unglaubwürdig. Zudem wirkt die Suche nach den Vater eher lustlos. Auch die Suche nach dem Elefanten ist eher von Zufällen getrieben, dann wenn im Plot eine Lücke zu füllen ist. Dieses Herumgeirre wirkt verwirrend und wenig fesselnd.
Zwar erfährt man einiges über das Land und seine Sehenswürdigkeiten, aber hier fehlt eine gute Beschreibung. Wie das Abarbeiten von Punkten besuchen Kathi und Judith sie. Wenn beide schon einen direkten Zugang zu einer einheimischen Familie haben, dann hätte Monika Littau mehr über das Alltagsleben (Wohnung, Essen, Kleidung) in die Geschichte einbauen können.
Der große Mangel in der Geschichte ist die fehlende Entwicklung der Figuren. Ihre Gedanken und Gefühle als Kitt der Geschichte, als Vorantreiber bleiben verborgen. Sie wirken schemenhaft.
Zudem hätte dem Buch ein Lektorat gut getan. Am Anfang werden die Figuren schlecht eingeführt. Die Mutter wird ausschließlich mit ihrem Vornamen genannt, später irgendwann auch als "Mama". Im letzten Teil des Buches fehlt in einem Abschnitt ganze Sätze.
Die Zeichnungen von Sabine Rixen wirken recht primitiv, wie schnell hingekritzelt. Die Figuren sind in ihrer Körperhaltung steif, der Hintergrund existiert meist nicht. Landestypisches ist nur wenig zu finden. An einer Stelle erzählt das Bild eine andere Handlung als der Text: da trinkt auf dem Bild Kathi aus einem Glas, im Text lehnt sie das angebotene Getränk ab. Mit einem Lektorat wäre so ein eklatanter Fehler nicht passiert!
Schnell hingeschrieben, wenig durchgearbeitet wirkt das Kinderbuch "Sri Lanka. Freiheit für Amila" von Monika Littau. Es ist schade, daß die Autorin und der Verlag das Potential des Buches so vergeuden. Hier stimmt die Qualität einfach nicht.
Monika Littau: Sri Lanka. Freiheit für Amila
Dix Verlag, Düren, Bonn 2017
ISBN: 978-3941651777
Illustration: Sabine Rixen
Ausstattung: 224 Seiten, Hardcover
Preis: 12 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahre

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