Vom Regen, Sturm, Wörtern und Autismus #ichbineinkönigskind

Mein Lieblingsbuch aus dem Königskinder Verlag. Foto: W. Bönisch


Homophone, Homonyme und Primzahlen - das ist die Welt von Ruth. Ruth ist ein autistisches Mädchen, das zusammen mit ihrem Vater in einer amerikanischen Kleinstadt lebt. Obwohl der Vater sein Kind überalles liebt, kann er die Liebe kaum zeigen. Er kann das autistische Wesen von Ruth nicht annehmen. So ist ihr Zusammenleben von wenig Wärme gezeichnet. Nur ihr Hund Regen gibt Ruth Halt in einer Welt, die ihr viel zu chaotisch erscheint.
Ann M. Martin erzählt diese ergreifende Geschichte in ihrem Jugendroman "Die wahre Geschichte von Regen und Sturm", das 2015 im Königskinder Verlag erschienen ist. Die ganze Rezension dazu können Sie hier nachlesen.

Warum greife ich dieses Buch hier auf? Kathrin Everdeen vom Blog Kathrineverdeen hat zur Blogparade #ichbeineinKönigskind aufgerufen. Was ist das Lieblingsbuch aus diesem Verlag? Was begeistert Sie am Verlag Königskinder?

Königskinder ist ein Imprint des Carlsen Verlages. Er zeichnet sich durch eine feine Auswahl an Büchern aus, die sanft berühren, ergreifend, anregend sind. Manchmal spielt der Alltag in den Geschichten die Hauptrolle, öfters jedoch keine einfachen Settings wie Pflegefamilie, Verlust der Eltern etc. Und in allen Geschichten gibt es diese leuchtenden Hoffnungsmomente, die strahlen, die wärmen. So wie die Geschichte von Ruth. Es sind Bücher, bei denen man mit den Figuren mitfiebert, mitlacht, mitweint. Bücher, die noch ganz lange nachhallen, die einen Tage später beschäftigen, die einen festen Platz im Bücherregal sicher haben.
Nicht nur der Inhalt ist etwas bei den Königskindern besonderes. Nein, in der Gesamtgestaltung stechen die Bücher hervor. Die Cover sind zurückhaltend und doch edel gestaltet. Nichts aufdringliches, keine Farbenexplosion. Ganz im Gegenteil, oftmals eher schlichter, eine Farbe wird bewußt eingesetzt. So wie das blau von Regen und Sturm in Ann M. Martins Jugendroman.


Kathrin Everdeen fragt, welches neue Buch aus dem aktuellen Programm Zweisamkeit uns besonders interessiert. Nach Durchstöbern blieb ich gleich bei S. E. Durrants "Der Himmel über Appleton House" hängen. Zwei Geschwister suchen ein Stück zuhause, nachdem sie nur Pflegefamilien kennen. Wo finden sie es? Im Kinderheim? Die Geschichte klingt faszinierend, weil es das Thema Glück, Familie, Wärme, Liebe, Geborgenheit auf einer Hintergrundfolie - Pflegefamilie, Kinderheim - aufgreift, die man landläufig mit vorhergehendem Verlust verbindet.

Kommentare