Zurück in die Vergangenheit: warum das Lustige Taschenbuch auch nach 30 Jahren cool ist

Ein paar Bände der Comic-Reihe Lustiges Taschenbuch Donnerstag ist Micky-Mouse-Tag Anfang der 1990er Jahre: jede Woche fieberte ich dem Donnerstag entgegen. Warum? Weil an diesem Wochentag immer die neue Ausgabe der Kinderzeitschrift Micky-Mouse vorlag. Comic-Geschichten um die pfiffige Mouse, um den tolpatschigen-treuen Goofy oder um den Pechvogel Donald Duck. Dazu Experimente und eine Kleinigkeit, die damals tatsächlich eine Kleinigkeit war - im Gegensatz zu den heutigen Beigaben. Die Micky-Mouse kaufte ich mir von meinem Taschengeld und sammelte sie. Bis heute habe ich eine recht große Ansammlung an Ausgaben, die ich gut gehütet habe. Jetzt liest sie das große Kind. Seltener, da mal ein Geschenk, gab es für mich die Bände des Lustigen Taschenbuches (LTB). Schon damals war ich vom Buchrücken fasziniert: Stück für Stück mit jeder Bandausgabe entstand ein Bild. Nur ein paar LTBs bekam ich, dann war ich größer, älter geworden und sie interessierten mich nicht mehr so sehr. Dennoch wie d

Kinderbuch ab 7 Jahre: Steffi Bieber-Geske/Nicole Grom - Abenteuer im Spreewald

Urlaub im Spreewald mit dem Kinderreiseführer:  Steffi Bieber-Geske/Nicole Grom - Abenteuer im Spreewald, ab 7 Jahre, Biber & Butzemann
Inhalt:
Lilly und Nikolas verbringen mit ihren Eltern die Osterferien im Spreewald. Nicht nur spannende Ausfllüge zur Wendenburg Raddusch, nach Lehde ins Freilichtmuseum oder in die Spreewaldtherme erleben sie. Sie finden im Ferienhaus ein altes Tagebuch. Was steht da drin? Und wem gehört es?


Rezension:
Der Kinderbuchverlag Biber & Butzemann hat sich auf unterhaltsame, spannende Kinderreiseführer spezialisiert. Neu im Programm ist das Kinderbuch "Abenteuer im Spreewald. Lilly, Nikolas und das geheimnisvolle Tagebuch" von Steffi Bieber-Geske und Nicole Grom, im Frühjahr 2019 erschienen.
Das Geschwisterpaar Lilly und Nikolas, die mit ihren Eltern herrliche Urlaube quer durch Deutschland erleben, fahren in den Osterferien in den Spreewald. Dort verbringt die Familie eine erlebnisreiche Woche. Ein altes, typisches Spreewaldhaus aus Holz mit gekreuzten Schlangen am Dachgiebel, ist ihr Ferienhaus. Auf dem Boden entdecken die Geschwister ein altes Tagebuch, das vor 170 Jahren der Wendenjunge Juro geschrieben hat. Neugierig versuchen die Kinder, das Buch zu lesen und stoßen gleich auf die erste Hürde. Es ist in alter deutscher Kurrentschrift geschrieben. Dank dem Internet gelingt es ihnen mühsam, die Texte zu entziffern.
Die Kinder halten den Fund vor ihren Eltern geheim. Es ist ihr Schatz. Stück für Stück lesen sie es in den Ferien. Was steht da drin? Und gibt es heute noch Nachfahren von Juro?
Geschickt verbinden die beiden Autorinnen die Geschichten um das Tagebuch mit den Ausflügen der Familie. Jeden Tag erkundet die Familie die Region wie die Slawenburg in Raddusch, das Freilichtmuseum in Lehde, eine Paddelfahrt auf den Fließen oder Baden in der Spreewaldtherme, wo sie fast mit Pinguinen schwimmen können. Es sind Entdeckungen und auch Ausflugshinweise abseits der großen Touristenpunkte, die man hier mitbekommt. Alle Ziele sind für Kinder ab Kindergartenalter gut geeignet. Ein großer Pluspunkt fürs Buch. Hier kann für den eigenen Urlaub aus dem vollen schöpfen und sich viele Anregungen holen.
Natürlich deutet schon die Reisezeit von Lilly und Nikolas einen inhaltlichen Schwerpunkt an: es geht auch viel um die Osterbräuche: welche gibt es, was bedeuten die Muster auf den verzierten Eiern, welche Techniken gibt es, warum gibt es das Osterfeuer. Mit dem Buch, den Erzählungen dazu kommt man in die richtige Osterstimmung. Trotzdem ist es auch für jede andere Jahreszeit bestens geeignet.

Historische Informationen in Tagebuchform

Wirklich sehr gut ist der Teil um das Tagebuch gelungen. Es ist ein Kniff, den Kindern die Wenden, ihre Bräuche, Traditionen, früheres Leben, die Geschichte der Region näher zu bringen. Lebendig, anschaulich taucht man in die vergangene Zeit ein. Die Kinder werden bei der Beschreibung des mühevollen Waschtages, der wenigen freien Spielzeit, des wertvollen, wenigen Spielzeuges sehr viel Nachdenkliches mitbekommen. Es ist ein guter Anlaß, über viele Arbeitserleichterungen heute und dem Wohlstand zu reden.

Ganz am Ende verbinden Steffi Bieber-Geske und Nicole Grom geschickt die beiden Erzählstränge zu einem guten Ende zusammen. Das Buch wird rund.
Die ersten Umschlagsseiten vorne zeigen eine Übersichtskarte, in der mit kleinen Symbolbildern die vielen Ausflugsziele im Spreewald eingetragen sind. So bekommt man einen guten Übernlick.
Sahnehäubchen im Buch sind die vielen grandiosen Bilder, Szenen und Vignetten von Claudia Meinicke. Mit Aquarell oder Tuschezeichnungen gibt sie dem Buch das richtige Spreewaldgefühl. Feingliedrig, realistisch, die Zeit erfassend sind ihre Illustrationen über Gebäude, Tiere, Ostereier. Besser als jede Fotografie. Allein die Bilder sind ein Kauf des Buches wert.
Wer mit seinen Kindern einen literarischen Urlaub verbringen will, den Spreewald entdecken möchte oder ganz einfach tolle, erlebnis- und abwechslungsreiche Anregungen für seinen eigenen Urlaub im Spreewald holen möchte, dem empfehle ich den erzählenden Kinderreiseführer "Abenteuer im Spreewald. Lilly, Nikolas und das geheimnisvolle Tagebuch" sehr. Es ist ein erholsames Abtauchen, eine unterhaltsame Auszeit. Es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen. Und der Spreewald wird jetzt noch mehr begeisterte Besucher mit dem Buch bekommen. So soll es sein.
Bibliographische Angabe zum Kinderbuch:
Steffi Bieber-Geske/Nicole Grom - Abenteuer im Spreewald. Lilly, Nikolas und das geheimnisvolle Tagebuch
Biber & Butzemann, Schöneiche 2019
ISBN: 978-3959160506
Illustration: Claudia Meinicke
Ausstattung: 128 Seiten, Hardcover mit Lesebändchen
Preis: 14,50 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 7 Jahre

Weitere ähnliche Kinderreiseführer habe ich im Blog hier besprechen.


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