Zurück in die Vergangenheit: warum das Lustige Taschenbuch auch nach 30 Jahren cool ist

Ein paar Bände der Comic-Reihe Lustiges Taschenbuch Donnerstag ist Micky-Mouse-Tag Anfang der 1990er Jahre: jede Woche fieberte ich dem Donnerstag entgegen. Warum? Weil an diesem Wochentag immer die neue Ausgabe der Kinderzeitschrift Micky-Mouse vorlag. Comic-Geschichten um die pfiffige Mouse, um den tolpatschigen-treuen Goofy oder um den Pechvogel Donald Duck. Dazu Experimente und eine Kleinigkeit, die damals tatsächlich eine Kleinigkeit war - im Gegensatz zu den heutigen Beigaben. Die Micky-Mouse kaufte ich mir von meinem Taschengeld und sammelte sie. Bis heute habe ich eine recht große Ansammlung an Ausgaben, die ich gut gehütet habe. Jetzt liest sie das große Kind. Seltener, da mal ein Geschenk, gab es für mich die Bände des Lustigen Taschenbuches (LTB). Schon damals war ich vom Buchrücken fasziniert: Stück für Stück mit jeder Bandausgabe entstand ein Bild. Nur ein paar LTBs bekam ich, dann war ich größer, älter geworden und sie interessierten mich nicht mehr so sehr. Dennoch wie d

Geschichten erzählen mit dem Kamishibai-Bildkarten ohne Tischtheater

Was ist ein Kamishibai? Wo wird es eingesetzt?

Ein Kamishibai gehört zur Kunst des visuellen Erzählens und hat seinen Ursprung in Japan. In einem Holztheater, meist mit Flügelnd und einem Vorhang für die Theateratmosphäre, stecken großformatige Bildkarten, die der Erzähler während der Geschichte passend herauszieht. 

Die Zuhörer schauen sich also die Bilder an und hören zugleich die Passage der Geschichte. Die Kamishibai-Methode hat nun seit mehr als einem Jahrzehnt seinen festen Stammplatz im Erzählen in Krippe, Kindergarten, Schule oder dem freien Erzählen auf Jahrmärkten oder in Bibliotheken. Gleichzeitig wird Stück für Stück das Format weiterentwickelt: zur Präsentation und Vermittlung von Sachthemen in Schulen oder zur kreativen Sprachförderung in Förderschulen. Ebenso in Altersheimen kann es sehr gut für Angebote oder auch für Demenzkranke genutzt werden.

Kamishibai-Bildkarten: Das Märchen "Die Goldene Gans" 

Die Kamshibai-Methode ohne Erzähltheater

Nun benötigt man eigentlich das Holztheater-Kamishibai, um die Bildkarten während der Geschichte zu präsentieren. Erwerbbare Modelle sind für den Hausgebrauch meist doch recht preisintensiv. Pläne für selbstgebaute Tischtheater gibt es zahlreiche im Netz zu finden - wenn man Zeit und Muse (und offene Baumärkte) sowie handwerkliches Geschick hat, lassen sich mit relativ wenig Geld diese Tischtheater bauen.

Während der Lockdown-Zeit im Januar 2021 habe ich für meine Kinder die Don Bosco Kamishibai-Bildkarten für das Märchen "Die goldene Gans"* herausgeholt, die ich schon vor mehreren Monaten in einer Aktion sehr preisgünstig gekauft habe.

Im A3-Format sind sie groß genug, dass die Illustrationen von Petra Lefin auch ohne dem eigentlichen Holzgestell gut wirken. In gemütlicher Atmosphäre erzählte ich den Kindern langsam und Bildkarte für Bildkarte die Geschichte. Ich schob die erzählte Szenen-Bildkarte einfach nach hinten. Eine dunkle oder einfarbige Kleidung verstärkt wie beim Theater die Wirkkraft der Bilder mit ihren Farben, Figuren und Darstellungen.

Völlig fasziniert und gebannt haben die Kinder von Kleinkind bis Grundschulalter der Geschichte zugehört. Sie sahen sich die Bilder an, ließen sich nicht ablenken, waren konzentriert in der Geschichte, nahmen sie auf. Ich spürte diese besondere Atmosphäre, die bei einer guten Geschichte entsteht. Das Eintauchen in die Märchenwelt, das Entstehen der Figuren in ihren Köpfen und in ihrer Seele. Wir hatten eine gute Zeit.

Sehr wohl wird ein wirkliches Kamishibai die Wirkung verstärken. Doch ich möchte alle ermutigen, die Kamishbai-Bildkarten einfach auch so zu nutzen. Es funktioniert!



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