Interview mit Illustratorin Susanne Maier

Kinderbuchillustratorin Susanne Maier
Weiter geht es mit meiner Illustratoreninterviewreihe (was für ein Wort :-)). Heute habe ich Susanne Maier im Gespräch. Schon seit einiger Zeit kenne ich sie über FB. Dort zeigt und erklärt sie viel, wie sie als Illustratorin arbeitet. Ihre neusten Kinderbücher "Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider" (2014 bei Thienemann Verlag erschienen) und "Das bunte Tier-ABC" (2014 bei Fischer Sauerländer Verlag erschienen).

Bild: Susanne Maier


Seit wann illustrieren Sie Kinderbücher?
Eigentlich habe ich Grafik-Design studiert. Mit der Geburt meiner Zwillinge wuchs natürlich das Interesse an Kinderbüchern und nachdem das Arbeiten als selbständige Grafik-Designerin mit den Zwillingen doch sehr hektisch war - in der Werbung muss immer alles „gestern“ fertig sein -, habe ich begonnen, mir Geschichten auszudenken und diese zu illustrieren. Auch wenn die ersten Manuskripte von keinem Verlag genommen wurden (ehrlich gesagt, heute kann ich die Verlage gut verstehen :-)), habe ich stetig weitergemacht und mich immer wieder sehr kritisch hinterfragt. Mein allererstes Kinderbuch kam 2009 bei einem kleinen Verlag auf den Markt. Und von da an wurden die Verlage größer und bedeutender.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
Mein Fokus liegt sehr auf den Farben. Ich mag kräftige, lebendige und ausdrucksstarke Farben. Dabei male ich nicht ganz realistisch, aber auch nicht zu stark vereinfachend bzw. abstrahierend.

Mit welcher Technik arbeiten Sie?
Ich arbeite ausschließlich mit Acrylfarben. Lektorinnen sind immer ganz begeistert, wenn sie die handgemalten Bilder zum Scannen geschickt bekommen, bei denen man noch jeden Pinselstrich sieht, was heute anscheinend sehr selten ist.

Wie lange brauchen Sie für die Illustration eines Bilderbuches?
Das hängt natürlich vom Umfang des Buches ab. In der Regel zwischen 4 und 6 Monaten.

Welche Themen bebildern Sie gerne?
Am liebsten witzige, fantasievolle Themen, bei denen auch ich so richtig schön mit dem Pinsel „spinnen“ kann. Mit einem traurigen Thema würde ich mich wohl etwas schwerer tun, aber ich würde natürlich auch diese Herausforderung annehmen.

Wie hat sich Ihr Stil im Laufe der Zeit verändert?
Meine Bilder wurden vom Farbauftrag immer strukturierter und damit spannender. in der Anfangszeit arbeitete ich noch mit einfach auf eine Fläche aufgetragener Farbe. In letzter Zeit habe ich mehrere Farbschichten übereinander gelegt. Nach einer dunklen Grundierung arbeite ich mich immer weiter zu hellen Tönen vor, sodass am Ende verschiedene Schichten zu sehen sind. So habe ich auch die Menschen und Tiere verändert. Aus einer dunklen Grundierung lässt sich z.B. wunderbar Schritt für Schritt ein Gesicht herausarbeiten. Allerdings musste ich jetzt schon wieder etwas umdenken, da ich gerade Manuskripte für Pappbilderbücher fertiggestellt habe. Da war es notwendig, wieder etwas klarer und flächiger zu werden. Außerdem kam hier am Schluss auch der Buntstift zum Einsatz.


Was ist Ihr Lieblingsbuch, das Sie bebildert haben?
Eigentlich kann ich mich da schwer zwischen „Das bunte Tier-ABC“ und „Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider“ entscheiden. :-)

Herzlichen Dank fürs Interview, Frau Maier!



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