Ab 3 Jahre: Deborah Underwood - Das laute Buch. Das leise Buch. Ein Wendebilderbuch

Das Laut-Cover von Das laute Buch. Das leise Buch. Foto: W. Bönisch
Inhalt:
Was ist eigentlich laut? Laut ist beispielsweise der letzte Schluck aus der Schüssel. Oder der Gesang auf dem Schulweg. Oder ein volles Schwimmbad. Und gibt es auch so viele verschiedene Leise? Ganz bestimmt. Das Buch lädt alle kleineren und größeren Leser zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Geräusche ein.


Meinung:



„Sei nicht so laut.“, „Sei leise!“, „Hör mal, wie es das Glas beim Öffnen ploppt“. Kinder und Geräusche gehören zusammen. Kinder singen, plappern, lachen, schreien, weinen, rufen, erzählen und probieren die verschiedensten Geräusche aus. Dabei probieren sie verschiedene Tonlagen, sind mal laut, mal leise. Die Geräuschewelt ist spannend, sie ist vielfältig.
Hier geht es laut zu. Foto: W. Bönisch
Genau das zeigt Deborah Underwood mit ihrem, die Augen oder vielmehr die Ohren öffnenden Bilderbuch. Sie nimmt uns auf eine fantastische Reise in die Geräuschewelt mit, an die wir uns Erwachsene schon so sehr gewöhnt haben. Einerseits zeigt sie den kleinen Lesern, was alles laut ist, andererseits auch was alles leise ist. Genial ist die für die Umsetzung des Gegensatzes Laut-Leise gewählte Idee des Wendebuchs.
Jeweils 29 Situationen für Laut und Leise stellt sie mit einem Satz und einer treffenden Illustration von Renata Liwska auf ihrer Geräuschereise vor. Die Situationen sind voll aus dem Alltag eines Kindes genommen. Es kennt die dargestellten Geräuscheanlässe und kann selbst davon erzählen, wie es bei seinem eigenen Erleben war.
Das Leise-Cover von Das laute Buch. Das leise Buch. Foto: W. Bönisch
Renata Liwska hat als Illustratorin die perfekten Bilder dazu geschaffen. Für die Figuren wählte sie Jungtiere wie Hasen oder Igel, die vermenschlicht dargestellt werden. Klar und deutlich sind die Motive. Emotional, auf den Punkt gebracht, ohne mit allzu vielen Details die Situation zu überfrachten. Öfters konzentriert sie sich auf die Hauptfiguren, der Hintergrund wird weggelassen. Abwechslung entsteht durch den Wechsel in der Perspektive. So kommt Bewegung und Dynamik ins Buch.
Was ist leise? Foto. W. Bönisch
Der Gegensatz zwischen Laut und Leise wird durch das Format Wendebuch deutlich. In der Mitte treffen sich durch einen „geheimen“ roten Faden die beiden Gegensätze, die sonst zueinander auf dem Kopf stehen. Man muß also das Buch tatsächlich umdrehen, um die Bilder richtig anschauen zu können. Darüber hinaus wurden zwei verschiedene Papiersorten gewählt. Die Kinder erfühlen also auch beim Lesen den Unterschied. Zwei verschiedene Cover sind natürlich auch ein Muß für ein Wendebuch.
Laut trifft leise. Foto: W. Bönisch
Einen Punkt in der Bewertung muß ich leider für die Verlagsempfehlung abziehen. Der Verlag empfiehlt das Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahre. Nur widerspricht diese Altersangabe den ausgewählten Situationen im Buch, die teilweise über den Erfahrungshorizont eines Dreijährigen liegen. Einen Schulweg oder Lesen unter der Bettdecke kennt es noch nicht. Trotz der Bewertung mit 4 von 5 Sternen bin ich von dem Buch absolut begeistert und empfehle es gerne weiter.

Deborah Underwood: Das laute Buch. Das leise Buch. Ein Wendebilderbuch
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2013
ISBN: 978-3836954143
Ausstattung: Hardcover, 64 Seiten
Übersetzung: aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschenhahn
Illustration. Renata Liwska Preis: 12,95 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahre

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