Ab 5 Jahre: Matthias Weinert - Max, Opa und das Vogelei

Foto: W. Bönisch
Inhalt: 
Das Mäusekind Max lebt mit seinem Großvater in einer alten Kuckucksuhr idyllisch am Bach in einem Wald. Auf einem Frühjahrsspaziergang finden sie ein Vogelei, das ein Kuckuck aus dem Nest für sein eigenes Ei gestoßen hat. Sie beschließen, das Ei mit nach Hause zu nehmen und es dort auszubrüten, was ihnen gelingt. Der kleine Vogel, der den Namen Moritz bekommt, wird der beste Freund von Mäusekind Max. Gemeinsam spielen sie, erleben Abenteuer und teilen sich sogar ihr Bett. Jedoch eines Tages lernt Moritz eine Vogeldame kennen. Max ist gar nicht von der neuen Entwicklung begeistert und versucht mit allen Mitteln, Moritz zu behalten. Die Geschichte nimmt nun ihren Lauf. Wird Max seinen Freund Moritz frei geben? Und wird Moritz sich später an Max erinnern?


Meinung:
Schon nach den ersten Seiten war ich diesem Buch sofort verfallen. Es hat mich restlos sowohl vom Inhalt als auch von der Aufmachung begeistert. Im Mittelpunkt dieses einfühlsamen Bilderbuches steht die Freundschaft, ihre Entwicklung, aber auch das Loslassen und den dringend notwendigen Freiraum innerhalb einer Freundschaft. Kinder im Alter von 4, 5 Jahren erleben zum ersten Mal intensiv die Freundschaft zu einem Kind. Recht schnell merken sie, daß sie dabei nicht die einzigen sind, der Freund noch andere hat. Oft fällt es Kindern schwer, diese Nebenfreunde bei ihrem besten Freund zu akzeptieren, zu erkennen, daß der Freund nicht einem „gehört“ und Freundschaft auch dann besteht, wenn es noch andere Spielkameraden gibt. Genau dieser Thematik hat sich Autor Matthias Weinert gewidmet und schafft es, in einer wunderschönen Geschichte den Kinder die Welt der besten Freundschaft zu zeigen.
Foto: W. Bönisch
Das Schöne dabei ist, daß Weinert einfach die Geschichte erzählt – ohne plakativ zu werden. Obwohl die Bilder in der Geschichte überwiegen, bilden Text und Darstellungen eine gelungene Einheit. Immer wieder wechselt Weinert in den Illustrationen die Perspektiven, je nach Anforderung des Plots. Dadurch wirkt die Geschichte lebendig. Fast unbemerkt paßt er ebenso die Farbe der Zeichnungen der Geschichte an. Sie erstreckt sich über ein Jahr, der Wechsel der Jahreszeiten illustriert er plastisch. Natürlich greift Weinert zu einem alten Stilmittel in seiner Gestaltung zurück. Er vermenschlicht die Handlungen der Mäuse. Es gelingt ihm perfekt, ohne dabei kitschig zu werden. Im Gegenteil: viele neckische Details laden zum Entdecken ein. Emotionen werden mit einfachen Strichen gezeigt. Insgesamt machen die Illustrationen Lust, in die Welt von Max und Opa einzutauchen.
Foto: W. Bönisch
Übrigens werden den Kindern ganz nebenbei noch einige Naturbeobachtungen mitgeben: sei es der Kuckuck, der sein eigenes Ei in fremde Vogelnester legt oder sei es der Hinweis auf den Eizahn beim Schlüpfen. Wirklich geschickt gemacht.
Ein rundum gelungenes Buch hat Matthias Weinert geschaffen, daß ich wärmstens empfehle. Im Gegensatz zum Verlag würde ich es aufgrund seiner gelungenen Gestaltung sogar zum Vorlesen für ab Dreijährige nutzen.

Matthias Weinert: Max, Opa und das Vogelei
Lappan Verlag, Oldenburg 2013
ISBN: 978-3-8303-1200-0
Ausstattung: 72 Seiten, Festeinband
Preis: 9,95 €
Vom Verlag empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahre


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